Landeskongresse der Musikpädagogik Baden-Württemberg

Landeskongresse der Musikpädagogik Baden-Württemberg

Die Landeskongresse der Musikpädagogik finden seit 1991 im zweijährigen Turnus statt und wirken inzwischen weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus.
Austragungsort ist immer eine Pädagogische Hochschule oder eine Staatliche Hochschule für Musik des Landes.
In zahlreichen Workshops, Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden Aspekte der Musikpädagogik aus der Sicht von Wissenschaft, schulischer Praxis und Bildungspolitik erörtert.
Daneben sind Veranstaltungen zu allgemeinen musikpädagogischen Themen vorgesehen.

Der nächste Landeskongress findet 2023 statt.

Rückblick zum 16. Landeskongress der Musikpädagogik in Baden-Württemberg 2021 in Weingarten

Gelungener Auftakt zum Neustart im Musikland Baden-Württemberg

Ein buntes Angebot an Vorträgen, Workshops, Diskussionen und Verlagsausstellungen in der besonderen Atmosphäre der Klosteranlage auf dem Martinsberg erwartete die Teilnehmenden des 16. Landeskongresses der Musikpädagogik vom 7. bis 9. Oktober in der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Der Kongress, für viele das erste größere Präsenzangebot seit Pandemiebeginn, bot allen Musiklehrenden eine Gelegenheit aufzutanken und neue Impulse zu erhalten. Zudem schaffte er, wenn auch coronabedingt mit Maske und auf eingeschränkten Begegnungsflächen, Raum für den gerade jetzt so wertvollen kollegialen Austausch, was insgesamt über 150 teilnehmende Musiklehrkräfte aller Schularten, Referendar:innen, Erzieher:innen, Lehrende und Studierende an Hochschulen sowie weitere Interessierte gerne nutzten. Zur Veranstaltung eingeladen hatte der Landesverband des BMU Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL).

Vielseitiges Kursprogramm

In über 50 verschiedenen Kursen boten die drei Kongresstage ein breites Angebot. Etliche Kurse griffen dabei den Themenbereich der Digitalisierung auf, andere behandelten aktuelle Themen wie die Verknüpfung von Nachhaltigkeitsaspekten mit dem Musikunterricht, aktives Zuhören oder Education-Projekte für zeitgenössische Musik. Daneben fanden zahlreiche praxisorientierte Workshops statt. Einzelne Angebote waren hierbei auch in Kooperation mit den Verlagen, der Amateurmusik in Baden-Württemberg oder der gastgebenden PH Weingarten konzipiert worden.

Podiumsdiskussion „Musikunterricht im digitalen Wandel“

Das inhaltliche Zentrum am ersten Tag bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Musikunterricht im digitalen Wandel“, in der sich eine ausgewiesene Expertenrunde diesem nicht erst seit dem pandemiebedingten Distanzlernen aktuellen Thema widmeten. Im sich anschließenden regen Austausch mit dem zahlreich erschienenen Publikum wurde deutlich, dass die Mehrzahl der anwesenden Musiklehrkräfte bereits in vielen Phasen ihres Unterrichts digitale Medien verwendet, dass es für einen wirklich gewinnbringenden Einsatz von Tablets und Co oft jedoch noch an technischer Ausrüstung wie zuverlässigem WLAN und einer ausreichenden Zahl an Endgeräten sowie an technischem Support im Wartungsbereich fehlt. Diskutiert wurde einerseits das große Potenzial digitaler Medien, andererseits wurden auch die Grenzen und Gefahren digitaler Medien angesprochen, wie das Defizit an direkten, körperlichen Erfahrungen mit Musik.

Neustart Musik- Baden-Württemberg klingt wieder

Höhepunkt am ersten Abend war der symbolische „Neustart Musik – Baden-Württemberg klingt wieder“, einer gemeinsamen Veranstaltung des Landesmusikrats, des Landesmusikverbands und des BMU Baden-Württemberg im Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben. Dass es im Ländle wieder klingt, das bewiesen allen voran die mitwirkenden Ensembles aus dem schulischen Bereich sowie aus der Amateurmusik der Region. Die Präsidenten der veranstaltenden Verbände, Prof. Dr. Hermann Wilske (Landesmusikrat), Tilman Heiland (BMU BW) und Christoph Palm (Landesmusikverband BW), betonten den starken, Mut machenden Symbolcharakter dieses Schulterschlusses. Auch der durch eine Videobotschaft zugeschaltete Ministerpräsident Winfried Kretschmann verwies darauf, wie wichtig nach der langen pandemiebedingten Stille nun gemeinsames Musizieren für den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft sei. Moderiert von Klaus-Dieter Mayer (ZSL) stellte sich neben weiteren Gästen aus Politik und Kultur der Staatssekretär im Kultusministerium, Volker Schebesta, den Fragen und Anregungen der Veranstalter. Diese hoben besonders die notwendige finanzielle Unterstützung, das Potenzial von Kooperationen sowie den Bedarf klarer Perspektiven für weitere Öffnungen im Musikbereich hervor, samt einheitlicher Regeln für Öffnungsschritte in der Amateur- und Schulmusik sowie bindende Vorgaben für die durchführenden Kommunen.

In einer zweiten Podiumsdiskussion am Freitagnachmittag zum Thema „Neustart und Perspektiven für das Musikland Baden-Württemberg“ bestimmte der Blick auf die aktuelle pandemische Lage ebenfalls das Geschehen. Mit höchstem Interesse verfolgten die Zuhörenden hier besonders die Erläuterungen von Prof. Dr. med. Bernhard Richter (Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin), der in seinen neuesten Risikoabschätzungen für Schulen bei Vorlage eines guten, verlässlichen Testkonzepts und einem damit erreichbaren Fernhalten von Infektionen an den Schulen einen Wegfall der Maskenpflicht sowie die Möglichkeit zu Singen und Musizieren ohne Abstand befürwortet. Diese Empfehlung begrüßte das Publikum ebenso wie die weiteren Podiumsgäste aus Politik und Verbandsarbeit.

Im Rahmen des Kongresses fand außerdem die Mitgliederversammlung des BMU BW statt. Hier berichtete der Landesvorstand unter anderem von einem Gespräch mit Kultusministerin Theresa Schopper zur aktuellen Lage des Musikunterrichts und der Perspektiven für zukünftiges Arbeiten.

Attraktives Rahmenprogramm und Ausblick auf den Bundeskongress

Über diese politischen Akzente hinaus begleitete den Kongress ein vielseitiges Rahmenprogramm, das von einer Orgelführung an der einzigartigen barocken Gabler-Orgel in der Basilika über ein gut besuchtes Offenes Singen bis hin zum mitreißenden Konzert der Landeslehrerbigband reichte. Reich an Impulsen, erfüllt von zahlreichen Begegnungen und mit Zuversicht im Hinblick auf die weitere Entwicklung der schulmusikalischen Rahmenbedingungen endete der Kongress am frühen Samstagnachmittag. Und schon jetzt ist die Vorfreude auf den mit Mannheim ebenfalls im „Ländle“ geplanten Bundeskongress im Herbst 2022 spürbar – bleibt zu hoffen, dass diesem auch aus pandemischer Sicht alle Türen offenstehen.


 

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