29 | 05 | 2017

Musik in der Grundschule

Musik in der Grundschule

Die Grundschule ist die gemeinsame Grundstufe des Schulwesens in Baden-Württemberg.
Die Schülerinnen und Schüler verfügen naturgemäß über unterschiedliche Erfahrungs- und Lernvoraussetzungen und sollen im Laufe der Grundschulzeit in differenzierenden Aneignungsformen, individualorientierten Vorgehensweisen und persönlichkeitsbildenden Maßnahmen zu grundlegenden Kenntnissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Verhaltensformen geführt werden.

Von spielerischen Formen wird zu den systematisierenden Formen schulischen Lernens und Arbeitens gelenkt.

Die musikalische Erziehung in der Grundschule ist eingebettet in den Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur. Dieser vernetzt alle Lernbereiche der Grundschule, sowohl die Fächer des Fächerverbundes im engeren Sinne, als auch die Einzelfächer: Sprachen, Mathematik, Religion. Der Fächerverbund Bewegung, Spiel und Sport und das Darstellende Spiel und Theaterspiel verstärken die integrative Grundschularbeit im Fächerverbund.

Der Unterricht im Fächerverbund setzt bei der Weltwahrnehmung der Kinder an und verknüpft deren unterschiedliche Vorerfahrungen und Denkstrukturen. Er nimmt Erfahrungen und Ansätze der Welterkundung auf und führt sie weiter zu tragfähigen Formen des Wissens und Könnens sowie zu erweitertem musikalischen und künstlerischen Ausdruck. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler bei der Erschließung ihres natürlichen und kulturellen Umfeldes unterstützt. Durch die Verbindung schulischen Lernens mit dem eigenen Handeln wird das Lernen persönlich bedeutsam und damit nachhaltig.
Die Inhalte des Unterrichts werden aus unterschiedlichen Perspektiven gewählt. Die sozial- und kulturwissenschaftliche, raumbezogene, naturbezogene, technische und historische Perspektive wird durch ästhetische Zugangsweisen erweitert. Künstlerische und musikalische Lernformen fächern dieses Spektrum auf.

Die integrative Ausrichtung des Fächerverbundes gibt Schülerinnen und Schülern die Chance, sich als Erfinder, Künstler, Musiker, Dichter, Schriftsteller, Entdecker, Forscher und Philosophen einzubringen. Die Neugierde der Kinder auf Naturphänomene und technische Zusammenhänge und die Freude am künstlerischen Gestalten sind Ausgangspunkte des Unterrichtens.

Der aktive Umgang mit Musik führt die Schülerinnen und Schüler zu eigenen Ausdrucksformen und stärkt sie in ihrer Persönlichkeit. Beim Musizieren und täglichen Singen erleben die Schülerinnen und Schüler Gemeinschaft. Sie erhalten Hilfen zur Identitätsfindung auch in ihrer Einbindung in die Generationenfolge. Der integrative Musikunterricht beschränkt sich nicht auf wöchentlich 45 Minuten Unterrichtszeit, sondern verbindet tägliche, altersgemäße und kurze Übungszeiten mit größeren Einheiten. Ziel ist eine verlässliche Musikpflege, bei der die Grundschulfremdsprache einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre musikalischen und gestalterischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie nehmen aktiv am Schul- und Gemeindeleben teil und entwickeln daraus Selbstbewusstsein. Vielseitige musikpraktische Aktivitäten fördern die differenzierte Hörwahrnehmung. Die Arbeit an Rhythmus, Ton, Klang, Dynamik, Tempo und Artikulation bildet eine wichtige Grundlage für den Spracherwerb. Durch die Vernetzung von Mensch, Natur und Kultur mit den anderen Fächern und dem Grundprinzip der Bewegung wird Sprachwissen und Weltwissen in Verbindung mit Musik vermittelt und erlebt und kann sich so auf einer tieferen Ebene in den Schülerinnen und Schülern verankern.

Darin erschöpft sich der musikalische Auftrag aber noch nicht. Vielmehr durchzieht musikorientiertes Handeln den ganzen Schulalltag und bildet einen wesentlichen Beitrag zur Schullebengestaltung, sei es in klassenübergreifenden, klasseninternen, kleingruppenbezogenen oder individuellen Aktivitäten.

Unter der Voraussetzung, dass Kinder gerne singen, musizieren, sich bewegen und hören, obliegt den Lehrkräften die Aufgabe, diese Fähigkeiten ggf. zu wecken, weiter zu entwickeln und zu fördern und den Blick für das weite Feld der Musik zu öffnen.

Der Schwerpunkt der musikunterrichtlichen Arbeit liegt eindeutig im Bereich des Erarbeitens und Ausgestaltens von Liedern.
Inhalt sind z.B. Lieder zum Tages- und Jahreslauf, Spiel- und Tanzlieder, Lieder zu bestimmten Anlässen, Kanons in altersorientierten Schwierigkeitsgraden. Durch gezielte Vokalarbeit wird die Kinderstimme geweckt und gepflegt.
Über das Erproben von konventionellen und unkonventionellen Klangerzeugern und Instrumenten wird, wie auch in der Stimmarbeit, die Wahrnehmung geschult, erfahren die Schüler/innen Klangeigenschaften und erwerben Spielfertigkeiten.
Durch bewusstes Hören von geeigneten Kompositionen der verschiedensten Gattungen sollen das musikalische Umfeld erschlossen, die musikalischen Gestaltungsmittel kennen gelernt und einfache musikalische Abläufe und deren Gliederungen erfasst werden können.

In vielfältigen Auseinandersetzungsformen werden die Arbeitsbereiche nicht kursorisch durchgezogen, sondern integrativ verflochten. Der Bereich der sog. Elementarlehre hat keinen eigenständigen Stellenwert, sondern beschränkt sich auf den Gebrauch unverzichtbarer Fachbegriffe im Rahmen der Lehrplaninhalte. Die traditionelle Notation ist Zielpunkt einer Entwicklungsreihe, Musik mit grafischen Mitteln zu notieren.
Der Musikunterricht der Grundschule ist maßgeblich bestimmt durch vielseitiges musikalisches Tun.

http://www.bildungsstandards-bw.de

http://www.schule-bw.de/schularten/grundschule/

 

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